Projektdatenbank 2010

Schwerpunkt der Ausschreibung 2010 waren „Innovative Versorgungsnetzwerke für psychisch kranke Menschen”.

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Projekt:

Regionaler Steuerungsverbund (RSV)

Ansprechpartner: Christina Gietl, Dr. Dana Schreier
Träger: Regionaler Steuerungsverbund (RSV), Lauf a. d. Pegnitz
Adresse: Gesundheitsamt Nürnberger Land, Waldluststraße 3
PLZ: 91207
Stadt: Lauf a.d. Pegnitz
Telefon: 09123 / 950-6550
Fax: 09123 / 950-8024
Email: gesundheitsamt[at]nuernberger-land.de
Web: www.nuernberger-land.de
Kurzbeschreibung: Mit dem Zusammenschluss aller psychosozialen Einrichtungen und Träger im Landkreis Nürnberger Land ist der Landkreis in Franken zum Vorreiter für das Prinzip „Hilfe aus einer Hand“ geworden.
Weitere Infos: Entstehung
Die zunehmend verdichtete Versorgungsstruktur und die wachsende Zahl psychischer Erkrankungen machten es im Nürnberger Land notwendig, die fachliche Koordination der psychosozialen Versorgung umzugestalten und die Weiterentwicklung voranzutreiben. Am 10. März 2010 wurde deshalb im Nürnberger Land die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) aufgelöst, die sich seit 1996 für psychosoziale Maßnahmen eingesetzt hatte. Die Arbeitsgemeinschaft will auch künftig drängende Fragen in der Versorgung psychisch kranker und suchtkranker Bürger erfassen und Verbesserungen anregen. Hierzu gründeten die ehemaligen Mitglieder der PSAG den Regionalen Steuerungsverbund (RSV), einen Zusammenschluss aller psychosozialer Einrichtungen und Träger im Landkreis Nürnberger Land. 

Zu einer breiten Vernetzung trägt bei, dass nicht nur im engeren Sinn psychiatrische und Suchteinrichtungen Mitglied sind, sondern auch z. B. Einrichtungen der Jugend- und Alten­hilfe, der Gerontopsychiatrie, gesetzliche Betreuer und Einrichtungen für körperlich oder geistig Behinderte. Bisher nicht einbezogene Leistungsträger wie Krankenkassen, Pflege­kassen und die ARGE sind nun ebenfalls eingebunden. Explizit sind auch Betroffenen- und Angehörigenvertreter in den RSV eingeladen. 

Umsetzung und Erfolge 
Langfristiges Ziel des RSV ist, dass Betroffene eine möglichst passgenaue Maßnahme erhalten. In Zusammenarbeit mit dem Bezirk Mittelfranken erfolgt zurzeit die Bedarfs­erhebung für betreutes Wohnen, Tagesstätten, Arbeitstherapie und Zuverdienstarbeitsplätze. Nur wenn rechtzeitig erkannt wird, wo eine Versorgungslücke besteht, können auch spezifische regionale Angebote entwickelt werden. 

Außerdem setzt sich der RSV dafür ein, dass die Schnittstellen zwischen verschiedenen Kostenträgern und Versorgungssystemen durchlässiger werden. Der RSV wird sich neben der bereits bestehenden guten Kooperation mit dem Bezirk Mittelfranken auch mit anderen Leistungsträgern wie Krankenkassen, Pflegekassen, der ARGE, der Jugendhilfe, dem örtlichen Sozialhilfeträger und der Rentenversicherung austauschen. 

Die Kooperation zwischen verschiedenen Leistungsträgern ist deshalb so dringlich, weil junge Erwachsene nicht immer die adäquate Hilfe erhalten, wenn sich z. B. Jugendhilfe und Eingliederungshilfe schwer abstimmen lassen. 

Die Versorgung psychisch kranker, alter Menschen kann in der Praxis zu einem Hürdenlauf zwischen Alten-, Sozialhilfe und medizinischem System werden. Auch im Bereich der Arbeitsförderung sieht der RSV Chancen, durch verbesserte Vernetzung der besonderen Situation psychisch Kranker und Suchtkranker eher gerecht zu werden. Aktuell werden ARGE-Mitarbeiter im Umgang mit psychisch Kranken und Suchtkranken weitergebildet. 

Dritter Schwerpunkt des RSV liegt in der Stärkung der Rechte seelisch Kranker. Der RSV will Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen leisten:
  • Gründung Bündnis gegen Depression e.V. (2008) im Landkreis Nürnberger Land mit Aktionen wie Hausärzteschulung und Podiumsdiskussion über den Wert der Arbeit
  • Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle für Betroffene, Angehörige und Einrichtungen
  • Arbeitskreis Gerontopsychiatrie: Erstellung eines Wegweiser und regelmäßige Teilnahme an Alzheimerkampagnen sowie am „Seniorentag“ des Landkreises Nürnberger Land mit begleitender Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge, Infostände, Presse)
  • Arbeitskreis Sucht: Aktion für betriebliche Suchtprävention mit Informations­veranstaltungen für mittelständische Unternehmen im November 2010
  • Arbeitskreis Schule und Psychiatrie: Vernetzung von kinder- und jugendtherapeutischen Einrichtungen mit Schulen
  • Arbeitskreis Gemeinwesenarbeit: Verbesserung der Zusammenarbeit ambulanter und stationärer Einrichtungen; Auseinandersetzung mit der Integration psychisch und suchtkranker Bürger.

Bereich: psychosoziale Versorgung

Seit: 2010

Zielgruppe: psychisch kranke und suchtkranke Personen
Aktualisiert: 10.2.11
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